Fettstoffwechselstörung

Gutes Cholesterin - böses Cholesterin

Blutfette, zu denen auch das Cholesterin gehört, sind für den Körper lebens­wichtig. So spielt das Cholesterin eine wichtige Rolle beim Aufbau von Zellen oder der Bildung von Hormonen. Cholesterin wird einerseits im Körper gebildet und andererseits mit der Nahrung aufgenommen. Wenn man von Cholesterin spricht, muss man beachten, dass zwei Cholesterin-Arten unterschieden werden:

  • HDL ("High Density Lipoprotein")-Cho­lesterin wird "gutes" Cholesterin genannt, weil es die Blutgefäße reinigt. Es sorgt dafür, dass überschüssige Partikel, vom Mediziner „Lipoproteine“ genannt, zum Abbau in die Leber transportiert werden. Ein hoher HDL-Cholesterinwert vermindert somit das Risiko einer Arterienverkalkung.

  • LDL ("Low Density Lipoprotein")-Cho­leste­rin wird dagegen als "böses" Cholesterin bezeichnet, da es sich an den Wänden der Blutgefäße ablagert. Ein hoher LDL-Wert erhöht das Risiko einer Arterienverkalkung.

Bei einem gesunden Menschen liegt der Normbereich für den HDL-Cholesterinspiegel idealerweise über 40 mg/dl (1,0 mmol/l) und der Normbereich für den LDL-Cholesterinspiegel idealerweise unter 160 mg/dl (4,2 mmol/l).

Info: Welche Werte werden für Sie empfohlen wenn Sie an einer Gefäßerkrankung leiden?

HDL-Wert: über 40 mg/dl bzw. 1,0 mmol/l

LDL-Wert: unter 100 mg/dl bzw. 2,6 mmol/l, wenn zusätzlich ein Diabetes vorliegt: unter 70 mg/dl bzw. 1,8 mmol/l

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e.V., Lipid-Liga e.V.

Grundsätzlich wird die Höhe des Cholesterinspiegels hauptsächlich genetisch bestimmt und kann daher nur zu einem begrenzten Teil sowohl positiv als auch negativ durch die Ernährung beeinflusst werden. Eine Lebensstiländerung - mit dem Ziel einer gesunden Ernährung, gesteigerter körperlicher Aktivität, Nikotinverzicht und ggf. Reduktion des Körpergewichts - ist aber immer Ausgangspunkt jeder Therapie.

Das können Sie tun

Den Anteil an „gutem“ HDL-Cholesterin können Sie erhöhen wenn Sie

  • regelmäßig körperlich aktiv sind
  • nicht rauchen
  • Übergewicht reduzieren
  • sich gesund ernähren (beispielsweise Mittelmeerküche mit Olivenöl, viel Fisch).

Überschüssiges Cholesterin wird durch die Nahrung aufgenommen. Sie können durch cholesterinbewusste Ernährung Ihrem Körper helfen. Hier ein paar goldene Regeln:

  • Ernähren Sie sich fettarm. Achten Sie beim Essen auf versteckte Fette, die in Fleisch, Vollmilch- und Rahmprodukten, Backwaren und Süßigkeiten vorkommen. Vor allem Fertigprodukte enthalten oft sehr viel Fett.

  • Essen Sie mehr ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen (Oliven-, Raps-, Sonnenblumen-Distel- und Sojaöl). Vermeiden Sie hingegen gesättigte Fettsäuren, welche vor allem in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft (Wurstwaren, Fleisch, Butter) enthalten sind.

  • Verzichten Sie mehrmals pro Woche auf Fleisch und setzen Sie Fisch auf den Speiseplan.

  • Essen Sie viel Gemüse, Salat, Getreideprodukte und komplexe Kohlenhydrate wie Kartoffeln und Vollkornbrot.

  • Trinken Sie viel, z.B. ungezuckerten Tee oder Mineralwasser.

Behandlung zu hoher Cholesterinspiegel

Wenn die Möglichkeiten der Senkung des LDL-Cholesterinspiegels durch Lebensstiländerung ausgeschöpft sind, können die erhöhten Blutfettwerte durch Medikamente weiter gesenkt werden. Fragen Sie Ihren Arzt nach der richtigen Behandlung.
 

Familiäre Hypercholesterinämie

Weichen die Blutfettwerte bei einer ansonsten gesunden Person deutlich vom Normbereich ab, so muss an eine Fettstoffwechselstörung gedacht werden. Im Fall stark erhöhter LDL-Cholesterinwerte (über 190 mg/dl bzw. 4,9 mmol/l) handelt es sich häufig um die sog. familiäre Hypercholesterinämie (FH), eine der am häufigsten vererbten Stoffwechselstörungen.

Charakteristisch ist vor allem eine frühzeitige und/oder beschleunigte Arterienverkalkung mit entsprechend frühen Komplikationen wie Koronarer Herzkrankheit (KHK) oder Herzinfarkt.

Die familiäre Hypercholesterinämie tritt häufiger auf als vermutet. Vor allem wird sie meistens nicht erkannt, da es sich nicht selten um Patienten handelt, die nicht dem typischen Risikoprofil entsprechen. Die Patienten sind auffallend jung, schlank und insgesamt bei guter Gesundheit.

Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie sollten aufgrund des hohen Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen infolge der von Geburt an erhöhten Cholesterinspiegel frühzeitig erkannt und intensiv behandelt werden. Wichtig ist auch die Identifizierung weiterer betroffener Familienmitglieder.

Die empfohlenen LDL-Cholesterin-Werte liegen bei Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie unter 100 mg/dl bzw. 2,6 mmol/l; wenn eine manifeste Koronare Herzkrankheit vorliegt unter 70 mg/dl bzw. 1,8 mmol/l.
 

Beratungsstellen

In Berlin gibt es vier Einrichtungen (Lipidambulanzen), die sich speziell mit dem Thema Fettstoffwechselstörung befassen und spezielle Sprechstunden anbieten. Für einen Besuch in der Sprechstunde kann Ihnen der Hausarzt eine Überweisung ausstellen.

  • Lipidambulanz der Charité, Campus Benjamin Franklin, Website: Link
  • Lipidambulanz der Charité, Campus Virchow-Klinikum, Website: Link
  • Ambulanz der Charité, Campus Berlin Buch, Website: Link
  • Angiologische und Lipid-Sprechstunde des Medizinischen Versorgungszentrums am HELIOS Klinikum Emil von Behring, Website: Link


Weitere Informationen zum Thema Fettstoffwechselstörung: www.lipid-liga.de
(Website der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen - Lipid-Liga - e.V.)

Letzte Aktualisierung: 30.10.2018Drucken