Sie wollen eine Herzgruppe gründen?

Der beste Weg für die Gründung einer neuen Herzgruppe, ist es, sich einem bestehenden Verein anzuschließen. Viele Vereine wollen ein möglichst breites Angebot machen und sind daher offen für weitere Angebote. Treten Sie also an einen Verein in Ihrer Umgebung heran. Erläutern Sie Ihr Anliegen, eine Herzgruppe zu gründen, um Betroffene gut versorgen zu können.

Optimal ist es, wenn Sie einen motivierten Arzt und Übungsleiter schon im Boot haben. Übungsleiter können die notwendige Ausbildung zum Herzgruppenleiter bei einem Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR) absolvieren.

Vereine haben oft bereits gute Trainingsbedingungen, eine Sporthalle und die notwendige materielle Ausrüstung. Vom Kauf einer Notfallausrüstung mit Defibrillator werden auch andere Abteilungen des Vereins profitieren. Für die ambulante Herzgruppe ist sie verpflichtend. Teilnehmer können Sie über die umliegenden Arztpraxen gewinnen. Viele Ärzte freuen sich über die Möglichkeit, ihren Patienten in einer Herzgruppe eine sichere und effektive Therapie zu ermöglichen. Wenn Sie über den DGPR-Landesverband zertifiziert sind, werden auch die Rehabilitationskliniken Patienten zu Ihnen schicken.

Um eine Vergütung der Teilnahme an der Herzgruppe zu erreichen, muss die Gruppe zertifiziert sein.  Alle Fragen zur Zertifizierung können Sie mit dem DGPR-Landesverband klären. Die Bedingungen zur Zertifizierung finden Sie dort.

Ein zweiter, aber mühsamerer Weg ist es, eigens für die Herzgruppe einen Verein zu gründen.

Die Finanzierung der Herzgruppe erfolgt über die Vergütung der Reha-Träger, den (freiwilligen) Vereinsbeiträgen und Sponsoren.

Viele zufriedene Herzgruppen-Teilnehmer werden Ihnen danken.

Für weitere konkrete Fragen wenden Sie sich bitte an einen der beiden Landesverbände:

Berlin: www.bgpr.de; info(at)bgpr.de

Brandenburg: www.lvbpr.de; info(at)lvbpr.de

Autor: Dipl.-Sportpäd. Gunnar Thome
Therapieleiter Kardiologie und Orthopädie, Brandenburg Klinik Bernau bei Berlin, Aus- und Weiterbildungsleiter LVBPR.

Portrait von Gunnar Thoma


Formale Voraussetzungen zur Gründung einer Herzgruppe

 Der Verein

  • sollte Mitglied im Landessportbund sein und muss Mitglied eines Landesverbandes (z.B. Landesverband Brandenburg für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkran-kungen e.V.) sein, um von den Kostenträgern anerkannt zu werden
  • muss eine Unfallversicherung für die Mitglieder der ambulanten Herzgruppe abschließen
  • muss nachweislich zertifiziert sein. Die dazu notwendigen Unterlagen können bei der Geschäftsstelle des jeweiligen Landesverbandes angefordert werden
  • beantragt eine IK-Nummer bei der Arbeitsgemeinschaft Institutionskennzeichen
  • Alte Heestraße 111, 53757 Sankt Augustin, Tel.: 02241-231 12 75.

Erforderlich ist weiterhin

  • eine vertragliche Bindung mit einem Arzt zur Betreuung der Herzgruppe. Der Arzt muss immer bei den Übungseinheiten dabei sein. Günstig sind zwei oder mehrere Ärzte, damit die Übungseinheiten immer garantiert werden können
  • ein qualifizierter Überleiter bzw. eine Übungsleiterin, der/die einen Nachweis über den Erwerb einer Sonderlizenz für Übungsleiter bei Herzgruppen hat. Diese Lizenz muss alle zwei Jahre erneuert werden
  • das Vorhandensein eines Defibrillators und die erforderliche Notfallausrüstung bei jeder Übungsveranstaltung. Empfohlen wird ein netzunabhängiger AED, da dieser für Nachfolgegruppen ohne Arzt vorgegeben ist.

Sind die genannten Voraussetzungen erfüllt, wird der Verein über den Landesverband bei den Kostenträgern (Kranken-kassen, Rentenkassen, Berufsgenossenschaften) angemeldet. Erst mit dieser Anmeldung hat er die Möglichkeit, die ärztlichen und vom Kostenträger bestätigten Verordnungen zum ambulanten Rehabilitationssport abzurechnen.

Quelle: Landesverband Brandenburg für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V.

Letzte Aktualisierung: 10.02.2014Drucken